Tauchgangsplanung

Es bedarf doch etwas mehr Überlegungen zum Thema „Tauchen gehen“ als die Beantwortung der Fragen „Wo fahren wir heute hin?“ oder „Was müssen wir alles mitnehmen?“.

Eine wichtige Sache, die Du Dir unbedingt zu Herzen nehmen und merken solltest:
Plane Deinen Tauchgang und tauche Deinen Plan.

Folgende Punkte sollte unbedingt vor dem Tauchgang im Team besprochen und geplant werden, um einen möglichst entspannten und sicher Tauchgang erleben zu können:

Das Atemminutenvolumen gibt Dir darüber Auskunft, wie viel barliter Luft Du während eines Tauchgangs innerhalb von einer Minute verbrauchst. Diesen Wert brauchst Du z. B. für die Planung eines weiteren Tauchgangs und zur Überprüfung,  ob Deine geplante Flaschengröße auch wirklich für den anvisierten Tauchgang ausreicht. Außerdem kann es Dir einen Hinweis auf eine nicht entdeckte Leckage an Deiner Ausrüstung geben.
Das AMV kann sich von Tauchgang zu Tauchgang unterscheiden, da es von Deiner Atmung direkt abhängig ist. Hast Du z. B. Stress unter Wasser, so wird es deutlich höher sein als wenn Du einen ganz entspannten Tauchgang hast. Auch die Menge des von Dir mitgenommenden Bleis hat einen Einfluss auf Dein Atemminutenvolumen.

Die vorgeschriebene Geschwindigkeit zum Auftauchen sind 9m/min. In höheren Lagen ist sie sogar noch geringer, sie kann bis zu nur 1m/min zu reduzieren sein. Kontrollieren kannst Du die Auftauchgeschwindigkeit mit Hilfe Deines Tauchcomputers.

Es kann Dir tatsächlich passieren, dass Dein Tauchcomputer während eines Tauchganges „den Geist aufgibt“ und nicht mehr funktioniert. In einem solchen Fall solltest Du den Tauchgang direkt abbrechen, bei noch ausreichender Luft einen Sicherheitsstopp einlegen und auftauchen. Tauche für die nächsten 24 Stunden nicht, da ein Ersatzcomputer, den Du die vorherigen Tauchgänge nicht dabei hattest, nicht über Deine Sättigung an Stickstoff Bescheid wissen kann.
Taucher, die regelmäßig tauchen gehen, haben meistens mindestens einen Ersatzcomputer auch während ihrer tauchgänge dabei. Es ist doch nichts ärgerlicher, als wenn Dir aus diesem Grund im Urlaub ein voller Tauchtag verloren gehen würde.

Solltest Du während eines Tauchganges die Nullzeit überschreiten, wirst Du automatisch dekompressionspflichtig und musst zum Auftauchen Deko-Stopps einlegen. Dein Tauchcomputer wird Dir anzeigen, in welchen Tiefen Du wie lange stoppen musst. Tauche also in normaler Geschwindigkeit auf die angezeigte Tiefe und halte Dich dort für die angezeigte Zeit auf.
Schon ein ausgelassener Deko-Stopp hat zur Folge, dass Du für mindestens 24 Stunden nicht mehr tauchen darfst. Dein Tauchcomputer wird Dich für diesen schweren Verstoß gegen die Regeln auch sperren und für 24 Stunden funktionsuntüchtig sein.

Die Grundzeit beginnt, sobald Du Deinen Kopf unter Wasser steckst und auf die geplante Tiefe abtauchst. Sie endet, wenn Du den Aufstieg zur Oberfläche beginnst.

Da wir unter Wasser nicht miteinander sprechen können, benötigen wir einen anderen Weg der Verständigung. Hierzu wurden bestimmte Handzeichen festgelegt, so dass sich alle Taucher, unabhängig von ihrer Muttersprache, miteinander verständigen können. Abhängig von den verschiedenen Tauchzielen und den geplanten Tauchgängen können noch weitere Handzeichen dazukommen.

Die Nullzeit gibt Dir an, wie lange Du in einer bestimmten Wassertiefe verbringen kannst, ohne einen sogenannten Deko-Stopp beim Auftauchen machen zu müssen. Je tiefer Du tauchst, umso geringer wird die Nullzeit. Mit einem Aufstieg in geringere Tiefen verlängert sich die Nullzeit und ermöglicht Dir so ein längeres Verweilen in der geringeren Tiefe. Abzulesen ist die Nullzeitgrenze auf jedem gängigen Tauchcomputer.

Mit einem Sicherheitsstopp verzögerst Du Deinen Aufstieg an die Wasseroberfläche und gibst so dem Stickstoff in Deinem Körper die Möglichkeit zu entweichen.
Ein Sicherheitsstopp ist – im Gegensatz zum Deko-Stopp – nicht vorgeschrieben und stellt eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme beim Tauchen dar.
Durchführen tust Du diesen Stopp in einer Tiefe von 3 bis 6 m für etwa 3 bis 5 Minuten. Nimm zur Überwachung des Stopps Deinen Tauchcomputer zur Hilfe.

Sogenannte Tauchtabellen ermöglichen Dir die analoge Planung eines Tauchgangs in Hinblick auf die geplante Tauchtiefe, -dauer und die anschließende Oberflächenpause. Heutzutage verlassen sich die Taucher in der Regel auf ihren Tauchcomputer, da dieser die entsprechenden Werte jederzeit und flexibel berechnet. Dennoch solltest Du als Taucher wissen, wie Du mit den Tauchtabellen arbeitest und die entsprechenden Werte abliest. Man weiß ja nie …

Du solltest Dich nach Abschluss Deiner Ausbildung um eine für Dich passende Tauchversicherung bemühen. An vielen Tauchplätzen ist eine gültige Tauchversicherung vorgeschrieben. Da Tauchen eine Risikosportart ist, ist das Risiko in keiner „normalen“ Versicherung abgedeckt.

Ein Wiederholungstauchgang ist ein Tauchgang, der innerhalb von 24 Stunden nach dem letzten Tauchgang durchgeführt wird.

Du hast einige der Begriffe noch nie gehört oder bist Dir nicht mehr so ganz sicher, wie Du einen Tauchgang planen sollst? Dann melde Dich gerne bei uns und wir stehen dir mit Rat und Tat zur Seite.